Barfußschuhe, das Wort alleine erscheint maximal unsinnig. Es mag einem die runde Ecke oder ruhiger Lärm dabei in den Sinn kommen. Was jetzt also? Barfuß oder Schuhe?
Die Antwort bleibt: beides.
Barfußschuhe sind Schuhe, die einem das Gefühl geben Barfuß zu laufen – zumindest soviel Barfuß wie möglich.

Warum Barfuß?

Das ist eine sehr persönliche Sache. Ich spüre meinen Untergrund gerne. Gehe gerne Barfuß durchs Gras, über den Strand oder den warmen Asphalt im Sommer. Ich packe meine Füße ungern in dicke, starre Klötze, die mich von allem abschirmen. Wer gar nicht gerne Barfuß geht, wird vermutlich auch mit Barfußschuhen nicht warm werden. Versuchen kann man es trotzdem.

Warum nicht einfach Barfuß?

Egal wieviel Hipster man ist oder auch egal wie „lässig“ das eigene Umfeld zu schein mag, immer und überall Barfuß herumlaufen geht einfach meistens nicht. Viele Jobs die Kontakt mit anderen Menschen beinhalten verlangen schlichtweg nach Schuhen. Das ist nicht wegzudiskutieren. Punkt.
Selbst wenn obige Punkte nicht gelten, liegen heutzutage deutlich mehr Scherben auf den Boden herum als zu Zeiten als es keine Schuhe gab. Aber selbst wenn man in der Lage sein sollte gezielt jeder Scherbe aus dem Weg zu gehen ist das Gefühl barfuß auf einem Schotterweg laufen zu gehen für mich alles andere als angenehm. 3mm Gummi verwandeln das von einer Tortur in erträglich. 4.5mm machen es zu einem angenehmen Gefühl mit Feedback vom Boden.
Man kann sich sicherlich antrainieren im Winter Barfuß rumzulaufen. Ich kanns nicht, auch da kommt mit ein Schuh mit ein bisschen Wärme ganz entgegen.
Für jeden der alle obigen Probleme als nicht existent ansieht: Glückwunsch! Du hast den Schwarzgurt im Barfußgehen erworben. Weg mit den Schuhen und nix wie raus!

Wo ist der Haken?

Eine relativ dicke Sohle trägt erheblich zur Optik eines Schuhs bei. Ein Barfußschuh wird objektiv gesehen nie so lässig aussehen wie ein Sneaker. Das heisst nicht dass sie nicht auch schön sein können. Sie sehen allerdings immer „anders“ aus. Spätestens mit Vibram Five Fingers ist man da aber sowieso so weit ab vom Mainstream, dass man die irritierten Blicke anderer nur noch mit einem Schmunzeln wahrnimmt.
Barfußschuhe sind relativ teuer, genauso wie gute „normale“ Schuhe. Andersrum gesagt: Es gibt keine Discounter-Barfußschuhe. Mal schnell zum Deichmann hüpfen und für 20€ schlecht verklebten Mist kaufen geht nicht.
Der Vorteil: Ich hatte noch keine schlecht verarbeiteten Barfußschuhe am Fuß.
Der Nachteil: Trotz des höheren Preises werden die Schuhe nicht in artesischen Hipsterwerkstätten gefertigt sondern meist genauso in China wie alle anderen.

Fazit

Am selbst ausprobieren kommt man kaum vorbei. Vibram Five Fingers und Merell Barfußschuhe bekommt man inzwischen in jedem etwas größeren Sportgeschäft. Vivobarefoot in deren Stores. So kann man solche Schuhe einfach an- und ausprobieren.
Diese und andere Marken wie bspw Lems bekommt man natürlich auch Online und dank Fernabsatzgesetz kann man so einen Barfußschuh auch daheim antesten.