Altra Impulse

Altra Impulse

Einen weiterern Vertreter aus dem Hause Altra möchte ich heute Vorstellen, den Altra Impulse. Ein Neutralschuh aus der Kategorie Lightweight Distance.

Lightweight Distance hört sich doch schwer nach natural running an, oder? Schauen wir doch mal genau hin, der Impulse ist ein Neutralschuh. Check. Er hat 0mm Sprengung. Check. Er hat Drainage Löcher damit Feuchtigkeit aus dem Schuh fliessen kann. Check. Er wiegt 244gr. Okay. Er hat eine leichte Stütze. Öh. Er hat 23mm Sohlenhöhe. Wait what??

Aber von Anfang an. Der Schuh wurde mir vom Altra Distributor wärmstens empfohlen, er sei ähnlich agil wie der TheOne2 und obendrein komfortabler durch eine härtere Dämpfung. Komfortable ist er wirklich, die Altra typisch breite Zehenbox, die diagonal verlaufende Schnürrung, beides dinge die ich sehr schnell schätzen und lieben gelernt habe. Aber agil? Der Schuh wirkt auf mich wie ein Kompromiss, ich würde gerne – 0mm Sprengung, leicht, aber ich kann nicht – dicke Sohle und Stütze. Zugegeben, die Stütze bemerke ich kaum. Aber ich laufe auch zu 80% auf dem Vorfuß, da kommt die Stütze so wie so nicht zum Einsatz. Was ich jedoch sehr bemerke, ist die fehlende Information vom Untergrund. Der Impulse schluckt alles weg was ihm unter die Sohle kommt. Ob Waldweg, oder Schotter, es fühl sich alles gleich an. Für mich ein klarer Punkt auf der Negativ Liste

Trotzdem hat es Altra wieder geschafft dem Impulse so zu konstruieren, dass seine Steifigkeit fast gar nicht auffällt, der Schuh trägt sich bei langen Läufen genau so gut wie bei schnellen Einheiten um die 04:00min/km. Die Drainage Löcher sind ein nettes Gimmick. Allerdings sollte einem Bewusst sein, wo Wasser rauskommt, kommt auch welches Rein. Sprich: Feuchter Untergrund ist mit dem Impulse nicht zu empfehlen.

Fazit

Mit einem abschließend Fazit tue ich mich beim Impulse schwer. Es ist definitiv kein Schuh den ich ein zweites mal kaufen würde. Zumal nicht zum UVP von rund 150,- Euro. Aber er ist dennoch ein Schuh der bei langen Läufen ein gut Figur macht und durch die guten Schnürungsmöglichkeiten so gut wie an jeden Fuß passt. Probiert Ihn bei Gelegenheit aus und ihr werdet schnell merken was ich meine. Aber in einem Punkt bin ich mir sicher. Natural running kompatibel ist dieser Schuh nicht.

Saucony Nomad TR 2

Saucony Nomad TR 2

Es gab eine Zeit, in der habe ich Saucony Laufschuhe sehr gemocht, der Omnigrid und der Kinvara waren absolut robuste und bequeme Schuhe. Dann gab es eine relativ lange Periode in der ich mit Saucony nicht mehr warm geworden bin. Zu Starre Schuhe, viel zu viel Sprengung und keine Innovation. So schien es. 
Das hat sich allerdings geändert, Zeit also die neuen Sprösslinge unter die Lupe zu nehmen.

Der Nomad TR ist, wie der Name schon erahnen lässt, ein Trailschuh. Wer mich kennt weiß dass ich von solchen Bezeichnungen nicht viel halte, auch wirkt der Schuh auf den ersten Blick nicht unbedingt für das natürliche Laufen gemacht. Man könnte auch sagen der Nomad wirkt klobig. Ist er aber nicht.
4mm Sprengung und ein sehr gute Feedback auf welchem Untergrund ich mich gerade bewege sprechen hier eine ganz andere Sprache. Zudem hat Saucony wieder ein Herz für Läufer mit breiten Füßen bekommen, der Nomad hat im Vorfußbereich viel Platz, lässt sich aber auch für Leute mit schmaleren Füssen entsprechend gut schnüren.
Zugegeben, mit 261gr ist der auch kein wirkliches Leichtgewicht. Dafür ist der Komfort hoch.

Mit dem Nomad sind Läufe bis zur Ultradistanz kein Problem. Der Schuh ist rundum sehr bequem und schafft, meiner Meinung nach, gut den Spagat zwischen einem reinrassigem natural running Schuh und dem klassischen comfort boot der zuhauf von den diversen Herstellern vertrieben wird. Dies schafft er vor allem durch die hervorragende Sohle. Sie spricht sehr sensibel auf den Untergrund an, dämpft aber dennoch ausreichend gut das es nie zum durchschlagen kommt. Zudem hat das Profil einen sehr guten Grip, egal wo man gerade läuft.

Das einzige was ich mir wünschen würde, wäre ein wenig mehr Flexibilität, so dass das natürliche Laufverhalten mehr gefordert würde. Der Schuh selbst zwingt einem zwar keinen speziellem Laufstil auf, dennoch möchte er aktiv (Vor-Mittelfuß) gelaufen werden, ansonsten verfällt man schnell wieder in alte bewegungsmuster die alles sind, nur nicht agil 🙂 Der Schuh wird ab und zu noch bei diversen Laufshops im Angebot verkauft, hier heisst es schnell sein und zuschlagen!

New Balance MT10 D v2

New Balance MT10 D v2

So Sauber sehen die Schuhe nicht lange aus... So Sauber sehen die Schuhe nicht lange aus…

Ein Schuh, dessen Name Programm ist. Das MT steht für Minimus Trail. Dieser ist mit rund 170 Gramm angenehm leicht und trotzdem stabil genug um spitzen Steinen Paroli bieten zu können. Möglich macht dies eine Vibram Sohle mit einer speziellen Wabenstruktur, die lediglich im Matsch und Schlamm einige Schwächen bei der Traktion hat.

Die Sohle, für Steine Okay, für Matsch und Schlamm, nicht zum empfehlen. Die Sohle, für Steine Okay, für Matsch und Schlamm, nicht zum empfehlen.

Der Schuh selbst trägt sich wie eine Socke – man spürt Ihn so gut wie gar nicht. Obendrein bietet er Leuten wie mir, die mit einem extrem breiten Fuß ausgestattet sind, eine passable Weite im Vorfuß, so dass auch alles ordentlich platz hat (Achtet aber auf die Bezeichnung D im Produktnamen!). Anzumerken sei jedoch das der Schuh klein ausfällt, also im Zweifel lieber eine Nummer Größer bestellen. Apropos Socke, die braucht Ihr beim Laufen im Trail Minimus eigentlich nicht, seine Verarbeitung ist so gut, das nichts scheuert oder kratzt.
Die Sprengung ist mit 4mm auch vollkommen im Rahmen. Das heisst aber auch, dass der Schuh aktiv gelaufen werden möchte, Fersenlauf in Ihm stelle ich mir äusserst schmerzhaft vor. Dämpfungselemente sucht man hier vergebens.

Keine Dämpfung, d.h. der Schuh erfordert eine gut austrainierte Muskulatur Keine Dämpfung, d.h. der Schuh erfordert eine gut austrainierte Muskulatur

Ich selbst setze ihn für alle Strecken ein, egal ob ein schneller 10er oder ein gemütlicher 25km Lauf – es geht alles.
Der einzige Kritikpunkt der mir einfallen würde sind die extrem langen Schnürsenkel. Aber das ist ein Problem, welches sich leicht beheben lässt.

Fazit

Ein toller Schuh, fester und stabiler als ein FiveFinger, dafür uneingeschränkt für das Gelände zu empfehlen sofern dies nicht nur aus Schlamm und Matsch besteht.
Der Schuh ist im Handel nur noch bedingt verfügbar und daher teilweise sehr günstig zu haben. Falls euch die Größe passt: zuschlagen! Falls nicht: Der Minimus 10v3 Trail ist der entsprechende Nachfolger.

Lauft Schmerzfrei

Jeder Läufer kennt das Gefühl. Irgendwo zwickt und zwackt es immer. Aber muss das so sein? Kurz gesagt: Nein.

Läuferknie (ITBS), Schienenbeinkantensyndrom (Shin-Splints) oder das Patellaspitzensyndrom sind meines Erachtens nach alles Verletzungen die sich im Grunde vermeiden lassen.

Und wie?

Schafft eine gute Basis für euer Training. Soll heissen: steigert eure Umfänge moderat. Das Herz-Kreislauf System ist wahnsinnig schnell in der Lage sich an neue Gewohnheiten anzupassen, Sehnen und Gelenke hingegen brauchen dazu viel Länger. 10% Steigerung pro Woche gelten laut Fachliteratur als vollkommen in Ordnung.

Arbeitet an eurer Lauftechnik. Gerade wenn Ihr am Anfang eures Sportlerlebens steht beherzigt diesen Hinweis. Die Fehler, die sich gar nicht erst einschleichen sind das was Ihr wollt. Am einfachsten erreicht Ihr dies mit einem Trainer an eurer Seite der euch Tipps zum richtigen Einstieg gibt. Da dies gerade für den Hobby-Athleten meist zu viel des guten ist tut es für den Anfang ein gutes Buch oder diverse Youtube Videos. Eine zweite Person die eine Videoaufnahme von euch beim Laufen macht ist auch empfehlenswert. Oft meint man “richtig“ zu Laufen und wie Wirklichkeit sieht dann doch ganz anders aus als man erwartet…

Die Wahl der richtigen Schuhe. Okay, erwischt. Wir befinden uns hier auf einem Blog bei dem es vornehmlich um Barfußschuhe und das Laufen darin geht aber, das heisst nicht das die das Maß aller dinge sind. Gerade für Anfänger darf es auch gerne ein etwas komfortablerer Schuh sein. Mit ihm stellt ihr sicher das die anfängliche Laufbelastung nicht ganz so brutal ausfällt wie in einem Barfußschuh.
Pauschale Schuhempfehlungen möchte ich allerdings nicht machen, da ist jeder Läufer sehr verschieden. Es fängt bei der Fußform an und hört bei der Abrollbewegung des Fußes auf. Sucht euch für die ersten 2-3 Paar Schuhe einen Fachmann. Der sollte mit euch zusammen was passendes finden, weißt Ihn aber freundlich daraufhin, dass Ihr später in Richtung Barfußlaufen wollt. Dieser Hinweis sollte genügen um zumindest die Weichen in die richtige Richtung zu stellen, soll heissen: niedrige Sprengung und nur soviel Stabilität und Dämpfung wie nötig.

Gerade der Laufschuh hat einen massiven Einfluß auf euern Laufstil. Ist der Fuß zu sehr im Schuh geführt weicht der Körper an anderer Stelle aus, hier wären das Knie, oder die Hüfte als erste Kandidaten zu nennen. Andersrum würde ein Barfußschuh zu beginn euer Muskulatur überfordern – macht die nicht mehr mit, sind wieder eure Gelenke die Leidtragenden.

Fazit

Wie heisst es auf Kölsch so schön: “Jeder Jeck ist anders”. Selbst wenn Ihr allen oben aufgeführten Tipps beherzigen kann es mal passieren, das Ihr Schmerzen haben werdet. Hier solltet Ihr ehrlich zu euch selbst sein, wenn es nicht besser wird, macht Pause und kümmert euch darum war es wehtut, nur Voltaren ist meist keine Lösung!
Probiert ein wenig herum und hört auf euren Körper, der ist meist sehr gut in der Lage zu entscheiden was gut ist und was nicht.

Merrell Bare Access Trail

Merrell Bare Access Trail

Merrell baut Barfußschuhe? Genau das war mein erster Gedanke als ich die verschiedene Modelle des Herstellers in Händen hielt der mir bisher nur im Trekking und Outdoorschuh Bereich bekannt war.

200km alt und sehen noch aus wie Neu. Na ja, fast. 200km alt und sehen noch aus wie Neu. Na ja, fast.

Der Bare Access Trail ist – wie der Name schon sagt – aus der Trailrunning Serie und verfügt über eine Vibram Sohle die durchaus das Prädikat griffig verdient. Der Schuh selbst wiegt rund 250 Gramm bei Größe 43.5. Er ist im Zehenbereich Breit geschnitten und somit auch für Paddelbootfüße wie die meinigen geeignet.
An der Ferse sitzt der Bare Access Trail, meiner Meinung nach, perfekt er ist hier nicht sonderlich Hoch geschnitten, verfügt aber über kleine Polster die der Ferse im Schuh noch mehr halt geben. Der Schuh hat eine 0mm Sprengung.

Die Polster verhelfen zu mehr halt im Schuh.  Die Polster verhelfen zu mehr halt im Schuh.

Laufgefühl

Nach rund 200km fühlt sich der Schuh immer noch recht steif an, was aber zum Teil an der Sohle liegt die insgesamt rund 1,5cm Höhe misst. Das ist aber auch schon das einzig Negative was ich zu diesem Schuh sagen kann. Okay, nicht ganz. Wer es gewohnt ist bei Laufschuhen als erstes 50cm überstehenden Schnürsenkel zu kürzen bekommt beim Bare Access Trail das genaue Gegenteil. Mit der von mir favorisierten Marathon-Schnürrung reicht es am Ende gerade noch für einen Doppel-Knoten.

Schnürsenkel sind Mangelware.  Schnürsenkel sind Mangelware.

Wer jetzt meint, dass der Schuh gut gedämpft ist sei gewarnt, er ist es nicht und verlangt eine gut ausgeprägte Muskulatur. Damit ausgestattet sind aber Läufe in allen Umfängen und Tempi möglich.
Der Merrell bietet trotz des hohen Aufbaus ein sehr direktes Feedback vom jeweiligen Untergrund. Die bereits erwähnte Sohle fühlt sich am wohlsten in Schlamm und Dreck, hier beisst Sie aggressiv zu und bietet und alle Bedingungen halt und Sicherheit.

Fazit

Ich war durchaus überrascht als ich die ersten Runden im Merrell gedreht habe. Der Schuh macht wirklich Spaß beim Laufen und hat jederzeit genug Reserven jedes Terrain zu meistern. Im Handel schlägt er mit rund 110,- Euro zu Buche, ist aber oft im Angebot zu finden.