Dieser Artikel soll euch ein Gefühl dafür geben, wie Ihr in die Thematik Barfußlaufen einsteigen könnt. Klar, Ihr könnt euch auch einfach entsprechende Schuhe kaufen und munter drauflos laufen, aber ich garantiere euch, das wird über kurz oder lang schiefgehen und ihr lauft Gefahr, euch langwierige Verletzungen einzufangen.

Aller Anfang…

Ich selbst habe 2004 mit einem Nike Free das erste mal einen Barfußschuh ausprobiert. Die damals beiliegende Bedienungsanleitung(!) habe ich lachend in die Ecke geschmissen. Bei 2500 Laufkilometern pro Jahr sollte wohl genug Muskulatur vorhanden sein und mit einem solchen Schuh klarzukommen. Denkste. Nach einem schönen Tag in Hagenbecks Tierpark, den ich selbstredend im Free verbracht habe, konnte ich 2 Tage einen größeren Muskelkater in den Beinen als nach so manchem Marathon.

Barfuss laufen

Klingt eigentlich logisch, oder? Lauft soviel wie möglich ohne Schuhe. Denn so gut die heutigen Barfußschuhe auch sind, sie sind nichts gegen eure Füße, die euch sogar kostenlos zu Verfügung gestellt werden 😉
Bei euch zu hause sollte immer gelten: Barfuss first. Macht euch auch mal die Mühe, nach einem Lauftraining, die Schuhe auszuziehen und lauft auf einer Wiese Barfuss aus. Es erfrischt nicht nur ungemein, es stärkt dabei auch hervorragend die Fußmuskulatur und schärft eure Sinne für das, worauf Ihr eigentlich lauft.

Lauftraining

Hier gilt: behutsames Steigern. Eine generelle Faustregel à la: „Maximal 10% Steigerung pro Monat“ möchte ich hier nicht geben, dafür gibt es von Läufer zu Läufer viel zu viele Unterschiede. Aber ich denke, die Zahl derer die Barfußschuhe anziehen und damit ihr normales Trainingspensum absolvieren ist verschwindend gering. Daher, sucht euch kurze Strecken zum ausprobieren, wenn die dann noch im Wald, oder auf weichen Untergründen liegen, perfekt! Was auch gut klappt, nehmt die Barfußschuhe in einem Rucksack mit zum Laufen und wechselt zwischendrin mal die Schuhe. Das mag zwar umständlich klingen, ist aber für eure Füße (und nebenbei: euren Laufstil) genial. Falls Ihr schon etwas weiter seid, auch das Lauf-ABC kann super mit Barfussschuhen absolviert werden.

Krafttraining

Ja, auch eure Füße haben Muskeln und ja, auch die kann man trainieren! Dafür müsst ihr nichtmal in die Muckibude… Es reichen schon simple Sachen wie:
– einbeiniges Zähneputzen
– Zehenspitzenstand (aus dem Stand auf die Zehenballen mit angehobener Ferse)
– Im Büro:
– Beine anheben und Füße kreisen lassen (alle Richtungen!)
– Füße kippen lassen
– Vorfuß in Richtung knie ziehen
– uvm.

Ab Wann Mehr?

Das müsst Ihr selbst entscheiden, wenn Ihr obige Tipps beherzigt könnt Ihr gerne versuchen die kurzen Runden etwas auszudehnen. Hört einfach auf euren Köper, der sagt euch in der Regel recht schnell was Zuviel ist und was nicht.
Bedenkt aber auch: die Muskulatur im Körper adaptiert sehr schnell neue Reize, die Sehnen, Knorpel und Gelenke tun dies weit weniger schnell. Also lasst es, auch wenn sich die Muskulatur gut anfühlt, langsam angehen!