Barfußschuhe sind schrecklich!

Die haben ja gar keine Dämpfung, da machst du dir ja die Knie kaputt„, hört man oft wenn man in Barfußschuhe unterwegs ist. Nicht die fehlende Dämpfung macht diese Art schon Schuh schrecklich sondern andere Dinge aussenrum:

  1. Man muss mit anderen Leuten, die „wissen“ wie wichtig Dämpfung und eine angehobene Ferse sind, immer wieder Diskutieren dass das schon in Ordnung geht.
  2. Egal wie „normal“ ein Barfußschuh aussieht (bspw Vivobarefoot oder Lems Modelle), durch die dünne Sohle ist dieses Schuhwerk immer viel flacher als ein normaler Schuh und sieht damit immer etwas seltsam im Vergleich zum Durschnitt aus.
  3. Nasse Füße sind in feuchtem Gras an der Tagesordnung. Es gibt keine 3cm Sohle, die einen über das Gras hebt sondern man steht mittendrin. Da fällt es der Feuchtigkeit doppelt leicht ans Obermaterial zu kommen. Falls das nicht wasserdicht ist, hat man den Salat.
  4. Man bekommt schneller kalte Füße. Weil weniger Schuh = Weniger Isolation
  5. Man hat Zehen, an den Schuhen. Zumindest wenn man Vibram Five Fingers trägt. Darüber kommen viele Leute einfach nicht weg. Seltsame Blicke sind einem sicher.
  6. Wadenschmerzen/Muskelkater sind anfangs vorprogrammiert. Man läuft mit Barfußschuhen anders. Das belastet die Waden- und Fußmuskulatur deutlich mehr.

Wie schrecklich ist das alles jetzt? Das muss jeder selber wissen. Für mich persönlich überwiegen die Vorteile.

Und den oben genannten Einwänden muss man einfach nur mit der entsprechenden Einstellung gegenüber treten:

  1. Lass sie reden, „Ich akzeptiere dass du das anders siehst. Ich teile deine Meinung nicht finde es aber okay dass wir das unterschiedlich sehen.“ reicht meistens aus. Klar kann man immer Studien dabei haben. Bringen tuts meist nix. Manchmal trifft man aber auch auf Leute die ernsthaft interessiert sind. In dem Fall hilft ein nettes, nicht-missionierendes Gespräch immer.
  2. Die Optik ist nicht wegzudiskutieren. Auf der andern Seite: Wen kümmerts? Ich persönlich trage gerne das was mir gefällt, egal wie es aussieht.
  3. Das ist in der Tat etwas was mich manchmal nervt. Aber so ist das. Wenn man die Natur spüren will, ist das einer der Preise die man zahlen muss. Im Zweifel helfen einem wasserabweisende Modelle hier, falls es zu sehr stört.
  4. Leider friere ich an den Füßen sowieso relativ schnell. Gerade in kalten Monaten ist man hier schnell mit Barfußschuhen noch verfrorener Unterwegs. Die Sache kann man sich auch nicht schönreden. Eine 3-5mm Sohle lässt einfach schneller Kälte vom Boden durch als 2-3cm. Mit Vibram Five Fingers hat man zusätzlich keine „Luftblase“ um die Zehen => die werden noch schneller kalt. Ich trage im Winter daher Stiefel von Lems oder Vivobarefoot mit etwas mehr Sohle und dicken Socken. Geht bisher.
  5. Das ist eine der Sachen die ich an Vibram Five Fingers besonders mag. Es amüsiert mich sehr so sehen wie entgeistert andere starren. Man kommt so auch oft mit interessierten Menschen ins Gespräch. Scheut euch einfach nicht auf andere zuzugehen.
  6. Ja. Das ist so. Lasst es langsam angehen. Anfangs nimmt man seine Barfußschuhe nur für den Alltag. Dann kann man mal 1-2 Kilometer laufen. Und sich über Wochen langsam steigern. Nichts überstürzen. Alles wird gut.
Vibram Five Fingers Biklia Evo

Vibram Five Fingers Biklia Evo

Mein Bikila Evo... Mein Bikila Evo…

Im Prinzip sind alle Schuhe aus dem Hause Vibram zum Laufen geeignet, je nachdem wie groß die Toleranzgrenze für Schmerzen ist, geht das auch mit dem El-X oder dem KSO. Der hier vorgestellte Bikila Evo ist jedoch speziell für die Bedürfnisse eines Läufers gebaut. Die Sohle ist, vor allem im Bereich des Vorfußes etwas dicker (8,5mm) und auch robuster gebaut. Dies tut dem „Barfuß-Feeling“ allerdings auch keinen Abbruch.

... nach rund 250 gelaufenen Kilometern ist die Sohle noch vollkommen okay. … nach rund 250 gelaufenen Kilometern ist die Sohle noch vollkommen okay.

Er vermittelt ein sehr direktes Laufgefühl und die Fußmuskulatur muss ordentlich arbeiten. Daher auch hier eine Warnung vorweg. Auch wenn Ihr regelmäßig in Barfußschuhen unterwegs seid, hüttet euch davor gleich in den Evo zu schlüpfen und die 10km Hausrunde zu laufen. Hier ist nicht nur der Muskelkater vorprogrammiert, nein es kann auch leicht zu ernsthaften Verletzungen kommen! Ich selbst laufe im Bikila Evo Strecken bis 20km. Hierbei ist mir auch der Untergrund relativ egal, wenn jedoch die Möglichkeit besteht versuche ich schon den Asphalt zu meiden und auf weichere Untergründe auszuweichen. Zum einen macht das Laufen auf einen Waldboden wesentlich mehr Spaß, zum anderen ermüdet auch die Muskulatur nicht so schnell.

Das Obermaterial des Schuhs ist sehr dünn. Falls man also Kälteempfindlich ist, empfiehlt sich der Einsatz einer Zehensocke. Ich sehe gerade dies als Vorteil, die Füße schwitzen einfach nicht so stark wie in anderen Modellen. Im letzten Winter bin komplett ohne Socken durchgelaufen und hier haben gerade die Einheiten im Schnee besonders viel Spaß gemacht. Noch ein Tipp, der Bikila Evo ist von der Passform ehr einer der enger geschnittenen Modelle. Solltet Ihr also über den Einsatz einer Socke nachdenken, bestellt im Zweifel lieber eine Nummer Größer.

Fazit

Ein Schuh, der jede Laufschuhkollektion aufwertet! Auch wenn Ihr nicht gleich die große Runde mit Ihm drehen könnt macht es unglaublich viel Spaß ihm beim Lauf-ABC, oder bei kurzen Einheiten zu verwenden. Die Fußmuskulatur wird in jedem falle extrem gefordert. Preislich liegt der Schuh leider im Zielbereich seiner gedämpften Kollegen, 139,- Euro werden normal für Ihn fällig. Allerdings gibt es Ihn relativ oft im Angebot für rund 99,- Euro.

Vivobarefoot Trail Freak

Vivobarefoot Trail Freak

Mein Trail Freak mit ein paar Tartanbahnresten Mein Trail Freak mit ein paar Tartanbahnresten

So gut ich dünne Sohlen an Barfußschuhen mag, so unpraktisch sind sie oft auf Feldwegen und im Wald. Zu oft tritt man auf große, spitze Steine oder hätte gerne etwas mehr Grip auf feuchtem Waldboden oder auf Hügeln.

Genau hier setzt der Trail Freak von Vivobarefoot an. Ein Zero Drop Schuh mit einer 2,5mm Sohle und 4,5mm Profil.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Neo Trail, sitzt der Trail Freak deutlich fester am Fuß, ohne jedoch den Zehen zu wenig Platz zu lassen. Da er von Haus aus mit Powerlaces kommt, ist er auch deutlich einfacher und schneller so fest zu binden wie man es für richtig hält.

Produkfoto von Vivobarefoot Produkfoto von Vivobarefoot

Rein optisch sieht der Schuh fast aus wie ein normaler Sportschuh, sicherlich unter anderem weil die Sohle durch die Profilspikes sehr dick wirkt.

Das Mesh des Obermaterials ist sehr Atmungsaktiv und lässt einen nicht mit nassen Füßen zurück – es sei denn man steigt in eine Pfütze oder läuft durch nasses Gras. Dann ist der Fuß sehr schnell unangenehm nass. Da beides auf Trails recht oft vorkommt, es sei denn man rennt nur durch Kalifornien oder Arizona, ist das für einen Trailschuh recht nervig. Vermutlich gibt es genau deswegen auch den Trail Freak Waterproof, den ich bisher nicht testen konnte. Im Sommer kommt man allerdings praktisch immer trockenen Fußes nach Hause.

Das Profil ist recht robust für den täglichen Traileinsatz allerdings ein Spartan Race hat ihm einige Blessuren abgerungen.

Profil nach dem Spartan Sprint Tiroler Alpen 2015 Profil nach dem Spartan Sprint Tiroler Alpen 2015

Längere Strecken auf Asphalt bekommen den Spikes allerdings nicht so gut. Wenn man ein Dorn ab ist, merkt man das am Fuß natürlich schon, da die Stelle plötzlich etwas “durchhängt”.

Mein verlorener Spike war sicherlich eine Spätfolge des Spartan Race, allerdings habe ich auch an meinem Neo Trail schon einen Spike verloren ohne etwas enstsprechendes gemacht zu haben. Verwunderlich ist das nicht, da die Spike recht dünn sind. Auf der anderen Seite will ich auch keine fetten Dorne, welche die Sohle unflexibel machen.

Auch wenn man den Dorn direkt wieder findet male ich mir auch durch eine fachmännische Befestigung bei einem Schuhmacher keine lange Haltekraft aus.

Was Preise angeht sind Barfußschuhläufer ja einiges gewohnt und so überrascht auch der Preis von 130€ nicht wirklich. Wenn man auch mal ein halbes Jahr warten kann, ist es möglich wieder mal auf eine der vielen Rabattaktionen von Vivobarefoot zu warten oder in der Rabattecke des Vivobarefoot Concept Store in Freiburg stöbern. So kann man den Trail Freak auch für ca. 80€ ergattern. Das wiederum halte ich für einen großartigen Preis für den Schuh.
Wer den Schuh lieber sofort will, der  nimmt unseren Gutscheincode VVIF-BW-82FU und spart sich 10%.

Fazit

Da ich persönlich am liebsten fernab von Straßen laufe ist mir ein Trailschuh am liebsten. Und von allen meiner bisher genutzen Schuhe ist der Trail Freak mein Favorit.
Würde ich ihn wieder kaufen? Ja.
Werde ich ihn wieder kaufen? Vermutlich auch, allein schon weil mich die Waterproof Variante sehr reizt.

Der Trail Freak im Einsatz Der Trail Freak im Einsatz

moov – Das beste Sport Gadget

moov – Das beste Sport Gadget

MOOV NOW MOOV NOW

Die Kurzfassung: Ich halte den moov* für ein extrem großartiges Stück Gadget zum Laufen, Schwimmen und Radfahren halte. Wenn nicht sogar für das großartigste Gadget bisher. Wem diese tl;dr version schon reicht und eine dieser Sportarten regelmäßig ausübt kann jetzt auf kaufen klicken und glücklich werden.

 

Für alle anderen hole ich kurz aus. Kadenz, also die Schrittgeschwindigkeit beim Laufen, ist relativ wichtig. Es gibt ein paar Studien dazu und hier ein wild ergoogelter Artikel zu dem Thema. Die Kurzzusammenfassung ist: Höhere Kadenz und kleinere Schritte ist weniger anstrengend auf Distanz und verursacht weniger Verletzungen weil man nicht auf der Ferse aufkommt (gepolsterte Schuhe federn leider einen Scheiss ab). Mein Problem damit war bisher, dass ich es beim Laufen nicht schaffe mich genug darauf zu konzentrieren und selbst mit 170-180bpm Musik hänge ich manchmal unbewusst hinterher. Genau an der Stelle setzt der moov an. Es ist ein kleiner Tracker der zum laufen (oder schwimmen, oder radfahren, oder bei anderen Sportarten), welcher ans Fußgelenk geschnallt wird und die tatsächliche Kadenz sowie die Kraft des Aufpralls misst. Die Moov Personal Coach App (iTunes Appstore, Google Play Store) lässt einen eine Trainingsart wählen. Beim Laufen “Sprint Intervals”, “Speed Endurance”, “Running Efficiency” und “Brisk Walking”, beim Radfahren „Outdoor Cycling“, ausserdem noch Schwimmen, 7 Minte Training und Cardio Boxing. Bspw bei “Running Efficiency” setzt man ein Level und muss nun eine bestimmte Kadenz und Dauer in mehreren Intervallen laufen. Wenn man die Zielkadenz unterschreitet wird man darauf hingewiesen. Wenn man allerdings die vorgegebene Kadenz einhält wird man regelmäßig mit einem “Cha-Ching”-Achievement-Sound belohnt. Des weiteren bekommt man auf Wunsch regelmäßig Hinweise wie man seine Haltung optimieren kann (da man das doch ab und zu vergisst).

 

Wie Anfangs schon geschrieben kann auch Schwimmen und Radfahren mit dem moov getrackt werden. Beim Schwimmen werden Züge, Bahnen, Zuglängen und Geschwindigkeit erfasst, im wasserdichten Gerät gespeichert und zur späteren Auswertung nach dem Training in die swim App übertragen. Hier bekommt man natürlich kein Live Feedback.

Beim Radfahren misst der moov am Fußgelenk die Trittfrequenz und erinnert einen ab und an ans Schalten in niedrigere Gänge um Gelenke zu schonen.

Zusätzlich zum gerade genannten trackt der moov auch 7Min-Workout und Boxen (auch mit mehreren Trackern gleichzeitig), beides habe ich bisher nicht getestet, da mir dafür schlichtweg das Interesse fehlt.

Der Grund warum ich genau jetzt nochmal in epischer Breite darüber schreibe ist (mal abgesehen davon dass es immer noch das großartigste Fitness-Gadget ist), daß moov gerade den neuen moov now angekündigt hat. Der moov now ist eine dünnere Version des moov, mit 6 Monaten Akkulaufzeit, einem nicht ganz so absurden Design wie die erste Version, und zusätzlich Schlaf- und Aktivitätstracking.

Man kann den moov* im Moment vergünstigt vorbestellen. Der alte moov ist auch noch zu haben allerdings wüsste ich nicht warum man den im Moment bestellen will, ausser man braucht jetzt sofort einen – aus Gründen.

Wer gerne läuft, schwimmt oder Rad fährt und dabei seine Form und Leistung verbessern will kann den moov jetzt erwerben*.

*Für jeden Einkauf über diesen Affiliate Link bekomme ich $5 von meiner Bestellung gutgeschrieben.

Warum Barfußschuhe?

Barfußschuhe, das Wort alleine erscheint maximal unsinnig. Es mag einem die runde Ecke oder ruhiger Lärm dabei in den Sinn kommen. Was jetzt also? Barfuß oder Schuhe?
Die Antwort bleibt: beides.
Barfußschuhe sind Schuhe, die einem das Gefühl geben Barfuß zu laufen – zumindest soviel Barfuß wie möglich.

Warum Barfuß?

Das ist eine sehr persönliche Sache. Ich spüre meinen Untergrund gerne. Gehe gerne Barfuß durchs Gras, über den Strand oder den warmen Asphalt im Sommer. Ich packe meine Füße ungern in dicke, starre Klötze, die mich von allem abschirmen. Wer gar nicht gerne Barfuß geht, wird vermutlich auch mit Barfußschuhen nicht warm werden. Versuchen kann man es trotzdem.

Warum nicht einfach Barfuß?

Egal wieviel Hipster man ist oder auch egal wie „lässig“ das eigene Umfeld zu schein mag, immer und überall Barfuß herumlaufen geht einfach meistens nicht. Viele Jobs die Kontakt mit anderen Menschen beinhalten verlangen schlichtweg nach Schuhen. Das ist nicht wegzudiskutieren. Punkt.
Selbst wenn obige Punkte nicht gelten, liegen heutzutage deutlich mehr Scherben auf den Boden herum als zu Zeiten als es keine Schuhe gab. Aber selbst wenn man in der Lage sein sollte gezielt jeder Scherbe aus dem Weg zu gehen ist das Gefühl barfuß auf einem Schotterweg laufen zu gehen für mich alles andere als angenehm. 3mm Gummi verwandeln das von einer Tortur in erträglich. 4.5mm machen es zu einem angenehmen Gefühl mit Feedback vom Boden.
Man kann sich sicherlich antrainieren im Winter Barfuß rumzulaufen. Ich kanns nicht, auch da kommt mit ein Schuh mit ein bisschen Wärme ganz entgegen.
Für jeden der alle obigen Probleme als nicht existent ansieht: Glückwunsch! Du hast den Schwarzgurt im Barfußgehen erworben. Weg mit den Schuhen und nix wie raus!

Wo ist der Haken?

Eine relativ dicke Sohle trägt erheblich zur Optik eines Schuhs bei. Ein Barfußschuh wird objektiv gesehen nie so lässig aussehen wie ein Sneaker. Das heisst nicht dass sie nicht auch schön sein können. Sie sehen allerdings immer „anders“ aus. Spätestens mit Vibram Five Fingers ist man da aber sowieso so weit ab vom Mainstream, dass man die irritierten Blicke anderer nur noch mit einem Schmunzeln wahrnimmt.
Barfußschuhe sind relativ teuer, genauso wie gute „normale“ Schuhe. Andersrum gesagt: Es gibt keine Discounter-Barfußschuhe. Mal schnell zum Deichmann hüpfen und für 20€ schlecht verklebten Mist kaufen geht nicht.
Der Vorteil: Ich hatte noch keine schlecht verarbeiteten Barfußschuhe am Fuß.
Der Nachteil: Trotz des höheren Preises werden die Schuhe nicht in artesischen Hipsterwerkstätten gefertigt sondern meist genauso in China wie alle anderen.

Fazit

Am selbst ausprobieren kommt man kaum vorbei. Vibram Five Fingers und Merell Barfußschuhe bekommt man inzwischen in jedem etwas größeren Sportgeschäft. Vivobarefoot in deren Stores. So kann man solche Schuhe einfach an- und ausprobieren.
Diese und andere Marken wie bspw Lems bekommt man natürlich auch Online und dank Fernabsatzgesetz kann man so einen Barfußschuh auch daheim antesten.